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Ein Bestseller könnte dieser Koalitionsvertrag werden, meint CSU-Führungskraft Markus Söder. Er beschreibt ihn als einen "starken Plan". Seine sachliche Formulierung kommt vom zukünftigen Bundeskanzler, der darauf vertrauen wird, dass dieses Dokument aus 144 Seiten ihm hilft. Der Text spricht oft mit Wendungen wie „wir wollen“ und „wir werden“. Stilistisch gesehen wirkt das daher ein wenig eintonig. Jede Aussage enthält rein politische Inhalte, betont Söder. Darunter gibt es merkwürdige Details zwischen Regelungen für Abgeltungsberechnungen, Lohnmindeststandards und Sicherheitspolitiken. Hier möchten wir neun bemerkenswertere Passagen des Vertrages näher beleuchten.

1. Astronauten

Unsere Ziel ist es, dass eine deutsche Astronautin oder ein deutscher Astronaut als Teil einer internationalen Mission auf den Mond geht.

Sowohl Schwarz wie Rot streben nach großem Erfolg auf internationaler Bühne und wollen dies so elegant wie möglich erreichen. Der Mars könnte hierbei ein prägnantes Symbol werden. Tatsächlich wird die Schwerpunktsetzung darauf liegen, technologisch aktuell zu bleiben. In dem Vertrag der Koalition wurde betont, dass die Weltraumfahrt sowohl für Fragen des Sicherheits- als auch des militärischen Bereichs entscheidend ist. Es gibt darüber hinaus Handlungsspielraum für wirtschaftliche Aktivitäten – was besonders deutlich an den Unternehmungen von SpaceX unter Führung von Elon Musk in den USA illustriert wird. Ludwig Söders Zufriedenheit sollte sich dadurch erklären lassen, dass Bayern eines der wichtigsten Standorte innerhalb dieser Branche ist. Angestoßen durch ihre Ausbildung zur Physikerin, hielt Angela Merkel trotz ihrer Entfernung vom Fraktionschef Friedrich Merz einen engen Kontakt zu ihrem Landsmann Alexander Gerst, einem deutschen Astronauten.

2. Touristen

„Wir verstärken den Reiz von Deutschland als Urlaubslocation.“

Einige Menschen werden sich auf die Reise zum Mond begeben, während viele andere lediglich als Touristen nach Deutschland einreisen dürfen – oder höchstens als Arbeitskräfte. In diesem Zusammenhang sprechen sowohl die Union als auch die SPD von der Verbesserung des Eisenbahn- und Luftverkehrssystems, betonen jedoch ebenfalls den Aspekt derNachhaltigkeit sowie die Akzeptanz im tourismusbetriebenen Sektor.

3. Hunde

„Wir schaffen die notwendigen Strukturen für die Qualitätsanforderungen an Assistenzhunde und deren Zugangsrechte und stellen die Zertifizierung von Assistenzhunden sicher.“

Hunde können Diabetiker vor einem gesunkenen Blutzuckerspiegel warnen, psychisch Erkrankte begleiten, Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen beim Öffnen von Türen helfen. Wenn sie als Assistenzhunde zertifiziert sind, dürfen sie in Krankenhäuser oder Supermärkte mitgenommen werden. Bei der Umsetzung der „Assistenzhundeverordnung“, die die Zertifizierung regelt, hakt es allerdings. Diese Probleme sollen nun gelöst werden. Barrierefreiheit im Bundestag hatte die erste gehörlose Bundestagsabgeordnete Heike Heubach (SPD) sichtbar gemacht, die in den sonst für Abgeordneten-Mitarbeiter unzugänglichen Plenarsaal ihre Gebärdendolmetscherinnen mitnehmen darf.

4. Zootiere

„Zusätzliche Haltungsverbote in zoologischen Einrichtungen lehnen wir ab.“

Mit Zoos hat man ein komplexes Thema zu tun: Dort kann man Elefanten, Eisbären, Affen und Giraffen ganz nah beobachten. Allerdings sind die Savannen, Wälder, Eiskappen dort auf einen begrenzten Raum reduziert. Kürzlich wurde nach dem Tod einer männlichen Giraffe im Berliner Zoo infolge schwere Verletzungen durch einen Sturz, vom Tiereschutzverein PETA gefordert, die Zucht und den Einimport von Giraffennachwuchs einzustellen.

5. Proteine

Wir befürworten eine weitreichende und ehrgeizige EU-Strategie zum Eiweiß, und wir fördern die lokale Kultur von Eiweißpflanzen, damit der Bedarf an Importsprodukten reduziert wird.

Protein – dieses Wort hat momentan einen besonderen Reiz in der Nahrungsmittelsektor. Als Garant für Konditionierung und Wohlbefinden wird es großartig auf Joghurtbechern, Snackriegeln sowie Getränkedösenvon deutlichen Buchstaben betont. Nun wurde es – unter Verwendung des deutschen Ausdrucks „Eiweiß“ – sogar ins Regierungsbündnis integriert. Die Europäische Union legt ihren Fokus darauf, weniger abhängig von importierten Gütern zu sein. Dieses Problem machte sich besonders bemerkbar, als nach dem Überfall Russland auf die Ukraine deren Weizenexporthilfen fehlten. Pflanzliche Proteine gelten sowohl als effektives Futtermittel wie auch umweltfreundlicher Rohstoff und schließlich sind sie für vegetarisch lebende Menschen absolut notwendig. Daher traut man sich bei diesem politischen Arrangement mehr Sojaprodukte hinzuzufügen.

6. Goldmedaillen

„Wir werden die Zuwendungen für erzielte Medaillen steuerlich freistellen.“

20.000 EUR erhält die Deutsche Sporthilfe den Olympiasiegern als Auszeichnung für eine Goldmedaille, während Silbermedaillengewinner 15.000 EUR und Bronzemedaillengewinner 10.000 EUR erhalten. Diese Geldprämien führen zu Freude beim Finanzamt – da sie steuerlich abgeltbar sind. Dieses System könnte sich bald ändern. Die Steuerbefreiung war einer der wichtigsten Anliegen der Sporthilfe bei der Wahl zum Deutschen Bundestag. Wenn die CDU bereits einen Staatsminister für Sport im Kanzleramt einsetzt, sollte sie diese Forderung wahrscheinlich erfüllen.

7. Sprengstoff

„Der Zugang zu wichtigen Ressourcen, wie beispielsweise Sprengstoffen, wird gesteuert und gewährleistet.“

Man könnte diesen Satz auch metaphorisch verstehen. Schließlich, welche Regierungskoalition ist komplett explosiv frei? Es ist anzunehmen, dass solche Spannungen trotzdem bereits vorhanden sind. Der Begriff "Sprengstoff" taucht übrigens zwei Mal im Koalitionsvertrag auf. Einmal bezieht er sich auf den Kampf gegen den Terrorismus sowie darauf, dass Attentäter keinen Sprengstoff nutzen sollen. In dem hier zitierten Satz dagegen handelt es sich um die Ausstattung der Bundeswehr. Zu beachten ist dabei, dass Sprengstoff auch in Munition enthalten sein kann. Die Herstellung von Komponenten für diese Produktion, wie zum Beispiel Baumwoll-Linters, findet hauptsächlich in China und den USA statt – dies wirft Fragen nach einer zuverlässigen Versorgung auf. Ein ganz anderes Problem war hingegen in Troisdorf im Nordrhein-Westfalen feststellbar: Dort ging es um einen Konflikt bezüglich des Vorhabens, entweder Wohnraumbauten oder Munitionsherstellung durchzuführen.

8. Autobahnklos

„Unser Ziel ist es, die sanitären Einrichtungen an Park- und Rastplätzen auf den Bundestrassen um kostengefahrlichen Zugang zu erweitern.“

Diese Angelegenheit war für die Lastwagenlobby von großer Bedeutung: Die Fahrerinnen und Fahrer ihres Verbandes benötigen neben Toiletten auch saubere und funktionierende Waschräume auf den Autobahnen, um sich zu waschen, zu duschen und zu rasieren. Der Vorstandssprecher des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) betonte gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), dass es notwendig sei, würdige sanitäre Einrichtungen bereitzustellen. Zudem ärgerte sich der BGL über den Bundesrechnungshof, da dieser Pläne zur Verbesserung solcher Infrastrukturen gehemmt haben soll.

9. Verzicht

„Laws, Verordnungen und Regelungen, die nicht erforderlich sind, werden wir nicht erlassen.“

Achja, das ist gut. Allerdings gilt hier wie häufig: Alles hängt vom Betrachter ab.

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